Vernetzte Führung: Warum sie jetzt und in Zukunft wichtig ist

Vernetzte Führung - Warum sie jetzt und in Zukunft wichtig ist

Oder: Warum ich glaube, dass virtuelle Führungstrainings alleine nicht ausreichen.

Führungskräfteentwicklung in Zeiten von Corona: Ein Workshop für „Virtuelles Führen“ hier, ein Training für „Remote Leadership“ dort. Wer in den letzten Monaten diverse News oder soziale Netzwerke verfolgt hat, dem sind diese Schlagworte definitiv nicht entgangen. In neuen Online-Formaten wird Führungskräften in unserem besonderen Corona-Jahr vermittelt, wie Führen auf Distanz funktioniert. Tauche ich in den vielen Lesestoff dazu ein, soll manchmal der Eindruck entstehen, dass in der virtuellen Führung alles ganz, ganz anders laufen muss. Doch ist das wirklich so?

Das „neuere“ WIE und das „ältere“ WAS – Führung im Neuen Normal

Natürlich sind einige Dinge anders. Technik und Tools zum Beispiel. Also das WIE der Zusammenarbeit bzw. Kommunikation: von Videobotschaften, Chats und Online Konferenzen über virtuelle Coffee Breaks bis hin zu digitalen Team Challenges… wer seiner Kreativität freien Lauf lässt, findet eine neue “Spielwiese”, um das WIE zu gestalten. Im besten Falle macht das sogar Spaß!

Dann ist da noch das WAS… also das WAS der menschlichen Interaktion und Kommunikation. Beides findet heute mehr online als offline statt – manchmal auch in Kombi. Egal wie… geht es nicht gerade jetzt vor allem auch darum, (alt)bewährtes in der Führung noch mehr in den Fokus zu rücken? Um Dinge wie:

  • Vertrauen und WIR-Gefühl stärken
  • Mit Empathie und Feingefühl führen
  • Aktiv zuhören, Feedback geben, klar, wertschätzend und authentisch kommunizieren
  • Raum für gemeinsames Lernen und Wachsen schaffen
  • Mit Komplexität umgehen, Veränderungsfähigkeit und Resilienz fördern
  • Selbstorganisation und Selbstverantwortung unterstützen
  • Für Transparenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit sorgen

Ja, genau um diese Führungsfähigkeiten geht es doch auch in der remoten Führung – und zwar mehr denn je! Denn der informelle „SmallTalk“ an der Kaffeemaschine und Ausdruck über Körpersprache sind entweder nur reduziert vorhanden oder fallen komplett weg.

Virtuelle Führung –> Vernetzte Führung

Virtuelle Führungstrainings haben natürlich ihren Wert und eine Daseinsberechtigung. Doch sie sollten auf die realen Bedürfnisse eines Unternehmens einzahlen und außerdem dafür genutzt werden, grundlegende wie zeitgemäße Führungskompetenzen verstärkt in Erinnerung zu rufen. So zumindest mein aktueller Ansatz in virtuellen Formaten. Gleichzeitig möchte ich an der Stelle kritisch hinterfragen:

Wie nachhaltig kann ein 1- oder 2-tägiges und alleinstehendes Format für „Virtuelle Führung“ sein, um die Herausforderungen im Hier & Jetzt sowie in Zukunft zu meistern?

Als Auftakt oder Ergänzungsformat: Super… Haken dran! Ohne begleitende Maßnahmen: Schnell verpufft! Es braucht parallel fortlaufende und kreative Formate, um Führungsteams zu verbinden und nachhaltig zu vernetzten.  Jedoch stelle ich fest, dass dies in vielen Unternehmen gerade zu kurz kommt.

Der Mehrwert funktionierender Führungsnetzwerke – virtuelles Peer Coaching als Lösungsansatz

Fakt ist, dass es zwar viele Menschen gibt, die schon virtuell oder über Ländergrenzen hinweg geführt haben, doch Führung im „neuen Normal“ (= inmitten einer Pandemie) ist für die meisten einfach NEU!

Es sollte also ein regelmäßiger und geschützter Raum geschaffen werden, in dem Führungsteams in Bezug auf neue Herausforderungen gegenseitige Unterstützung erfahren. Ein vertraulicher Rahmen, in dem funktionierende Beispiele der virtuellen Zusammenarbeit sichtbar und transparent gemacht sowie Fehler und Misserfolge offen geteilt werden. Schließlich kämpfen viele Führungskräfte derzeit mit ähnlichen Themen und nur durch eine intensivere Vernetzung kann gemeinschaftliches Wachsen und Lernen stattfinden.

In diesen „Zwischenstopps“ findet u.a. kollegiale Beratung statt, zudem wird Erfahrung geteilt und gezielt reflektiert: Was haben wir gelernt? Wo gelingt uns Führung schon wirklich gut? Wovon brauchen wir mehr? Und an welchen Stellen ist Entwicklung notwendig?

Letztendlich geht es auch darum, Vertrauen und Verbundenheit innerhalb von Führungsteams zu stärken, mit dem Ziel, eine positive Wirkung in die gesamte Mannschaft zu entfalten.

Vernetzte Führung - Warum sie jetzt und in Zukunft wichtig ist

Peer Coaching Formate (auch kollegiale Fallberatung oder Reflecting Teams genannt) mit weiteren inhaltlichen Vernetzungsangeboten kombiniert, bieten eine wirkungsvolle Basis, um funktionierende Führungsnetzwerke aufzubauen. Seit Anfang des Jahres bin ich mit mehreren Führungsteams in diesen Themenfeldern virtuell aktiv und merke, wie viel Dankbarkeit (oft auch Erleichterung) es unter den Teilnehmern gibt, wenn Probleme in einem strukturierten Format gemeinsam reflektiert und im Team kreativ Lösungen entwickelt werden können.

Neugierig geworden?

In einem persönlichen Austausch erzähle ich gerne mehr darüber! Außerdem freue ich mich über weitere Meinungen, frische Perspektiven oder Feedback zu diesem Artikel.

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